Buchmarketing

Beitrag vom 03. Oktober, 2017,
um 15.21 Uhr
Bild des Benutzers Ute Flockenhaus
Ute Flockenhaus
Buchmarketing

Marketing für das eigene Buch und mit dem eigenen Buch – ein kleiner, aber feiner Unterschied

Wenn das Buch geschrieben ist, fängt die eigentlich Arbeit erst an. Diesen Eindruck jedenfalls hat man als Autor, wenn man die vielen Optionen betrachtet, die sich rund um die Bekanntmachung und Bewerbung  des eigenen Buches auftun. Denken wir an Plattformen wie Facebook, Amazon, Twitter, Newsletter, Blogs und YouTube, wo wir unser Buch zeigen, anpreisen, es in unserer Community bewerben können. Oder wenn wir freudig das Paket mit den ersten Belegexemplaren in Empfang nehmen und ein Foto für Facebook fabrizieren. Und natürlich bitten wir Leser um eine kleine Amazon-Rezension und verkünden voller Stolz, wenn sich das Ranking unseres Buches nach oben bewegt. Wir signieren unser Buch und schicken Freiexemplare an Multiplikatoren oder Presseleute, die wir kennen. All dies tun wir, um auf unser Buch aufmerksam zu machen und um Interessenten zu veranlassen, es zu kaufen. Wir machen Werbung für unser Buch. Denn unser Buch ist ein Produkt, das wie jedes andere Produkt beworben werden will. Je mehr ich dafür als Autor des Buches tun kann, umso besser. Besser für die Abverkäufe, besser für den Verlag und besser für mich als Autor oder Autorin. Denn jedes Exemplar meines Buches, das in der Welt ist, bewirbt sich selbst. Bücher dagegen, die irgendwo in einem Lager liegen, sind totes Kapital, ohne jeden positiven Nutzen. Also sollten wir – und auch unser Verlag – alles dafür tun, dass unsere Bücher schleunigst ihr Lager verlassen.

Aber unser Buch ist nicht nur ein Produkt, das hinsichtlich Preis, Umfang und seinen Inhalten kommuniziert werden will. Unser Buch ist selbst Kommunikation. Was immer ich als Autor in meinem Werk kundgetan habe, trägt das Buch in die Welt. Es macht mich und meine Gedanken, mein Know-how zu etwas Öffentlichem. Und hieraus resultiert auch ein Teil des besonderen Renommees, das ein Buch auch heute noch genießt. Ein anderer wichtiger Aspekt des eigenen Buches ist das, was sich etwas profan in dem Bonmot „wer schreibt, bleibt“ ausdrückt. Anders als Blogs, YouTube-Filmchen und Zeitungsartikel, die allesamt sehr schnell in der Vertikalität der täglichen Nachrichten nach unten rutschen, behalten Bücher eine bleibende Sichtbarkeit. Selbst wenn der Verlag Ihr Buch auslisten sollte, bleibt es in der Regel als E-Book erhalten und hat sich auch in den Daten der Deutschen Nationalbibliothek auf immer verewigt.

Den besonderen Wert, den das eigene Buch hat, sollten wir als Autoren nutzen. Wir sollten es als Anlass begreifen, um mit unseren Kunden und unserer Community zu kommunizieren. Das Potenzial dazu trägt das Buch bereits in sich. Es bietet viele Inhalte, die sich auf andere Formate übertragen oder runterbrechen lassen. Suchen Sie nach inhaltlichen Links zwischen Aktualitas im Tagesgeschehen oder persönlichen Erlebnissen und Ihrem Buchthema und schreiben Sie einen Fachbeitrag für ein Online-Portal, eine Zeitschrift oder auch nur einen unterhaltsamen Post für Facebook. Für mein eigenes Thema Briefing zum Beispiel habe ich ein unschön verlaufenes Handwerker-Projekt meiner Freundin zum Anlass genommen, um für eine Handwerkszeitung einen redaktionellen Beitrag über gute Briefings und Re-Briefings zu schreiben. Dafür musste ich nichts neu erfinden, sondern nur einige Inhalte meines Buches auf die Zielgruppe Handwerker anpassen. Oder Sie nutzen Ihr Buch als Anlass, um zu Ostern und Weihnachten mit Ihren Kunden in Kontakt zu kommen. Oder verpacken es in einen Jahreszeiten-Gruß, wünschen schöne Ferien, einen guten Start ins Neue Jahr, eine erfolgreiche Messesaison. Es lassen sich unzählige Aufhänger finden, um mittels Ihres Buches und dessen Inhalten mit anderen Menschen in Kontakt zu treten.

Zudem hat ein Buch nicht nur einen Inhalt, sondern auch eine Verpackung. Auch diese lässt sich gut als Anlass nutzen, um die eigene Homepage, die Geschäftspapiere oder die Social-Media-Profile einer neuen Optik zu unterziehen. Wenn Ihr Buchcover zum Beispiel in den Farben Schwarz, Gold und Weiß gehalten ist, lassen Sie Ihren Webdesigner die Farben Ihrer Homepage anpassen und präsentieren Sie sich in den Farben Ihres Buches. Wenn es gut gemacht ist, wird natürlich auch Ihr Buch in einer farblich und typographisch angepassten Website-Umgebung eine super Figur machen.

Marketing für das eigene Buch – Beispiele:

- Flyer
- Lesezeichen
- Postkarte
- Passende Werbemittel wie Streichhölzer, Kugelschreiber, Geschicklichkeitsspiele etc.
- Buchcover auf eigener Website einbinden
- Digitale Leseprobe
- Amazon-Rezensionen anschieben
- Waschzettel für die Presse
- Pressekontakte nutzen zum Bucherscheinen
- Buch in das Seminarangebot verpacken
- Buchcover in E-Mail-Signatur integrieren
- Roll-up mit Buch für Seminare, Vorträge, Messeauftritte
- Buchtrailer
- Buchparty
- Newsletter
- Interview mit Lesern

Marketing mit dem eignen Buch – Beispiele:

- Zitate und Grafiken aus dem Buch für die Sozialen Medien
- Vortrag oder Seminar zum Buch
- Whitepaper oder Newsletter zu einzelnen Buchunterthemen/Buchkapiteln
- Fachartikel für Zeitungen, Zeitschriften und Blogs
- Interviews zum Buchthema mit Multiplikatoren oder Prominenten
- Optische Anpassung der Website oder des Newsletters
- Buch als Kundengeschenk
- Aktuelles Tagesgeschehen mit Buchthema verknüpfen
- Autorenseite bei Amazon pflegen und Termine einstellen
- Gewinnspiel mit Buch als Preis

Meine Message an dieser Stelle lautet also: Begreifen Sie Ihr Buch nicht nur als ein Produkt, für das Sie trommeln und werben müssen. Begreifen Sie es als Füllhorn an Inhalten und als Anlass, um mit Ihren Kunden, mit den Medien oder Ihrer Community in Kontakt zu kommen. Denn die eigentliche Herausforderung im Marketing ist nicht das Trommeln und Verkünden „Ich habe ein tolles Buch geschrieben, bitte kaufen!“. Die eigentliche Herausforderung ist es, Anlässe zu finden, die für die Kommunikationspartnern spannend und relevant sind. „Mattering before Marketing“ lautet die Devise unter Marketingexperten. Relevanz und Bedeutsamkeit sind zielführender als reine Werbung.

Neuen Kommentar schreiben