Rezension "Die 50 wichtigsten Themen der Digitalisierung" von Philip Specht

Beitrag vom 22. Juli, 2018,
um 15.36 Uhr
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Ute Flockenhaus
Digitalisierung

Warum uns Digitalisierung interessieren muss

Ich habe dieses Buch gelesen, weil ich aus dreierlei Gründen meine, dass uns das Thema Digitalisierung interessieren muss: 1. Es ist umfassend, kaum ein Lebensbereich, in dem die Digitalisierung nicht hineinwirkt, den sie nicht verändert. 2. Die Entwicklungen, die sie vorantreiben, wachsen exponentiell; nicht in hundert oder zwanzig Jahren verändert Digitalisierung unsere Welt, sondern jetzt. 3. Und sie ist abstrakt, also nicht greif- oder sichtbar. Man muss sich also aktiv um sie bemühen.

Was uns Otto Normalbürgern und Lieschen Müllers vielleicht wie Science Fiction anmutet – etwa die Frage, ob unsere gute, alte Welt nur eine mittels Virtual Reality (VR) geschaffene Imitation von Realität ist, ob sich upgegradete Menschen mittels Chipimplantaten direkt mit dem Internet verbinden können oder menschliche Organe wie Herz, Lunge, Augen nicht aus dem 3-D-Drucker verlässlicher funktionieren als ihre natürlichen Pendants –, werden nicht irgendwann in ferner Zukunft verhandelt. Sie sind bereits Realität. Nicht nur im Digitalisierungs-Mekka Silicon Valley, auch bei der Nasa, renommierten Universitäten oder in unzähligen Startups weltweit.

Gleichzeitig ist das Thema so komplex und multipel, dass wir uns damit zu Recht überfordert fühlen. Eine gut recherchierte Übersicht über die wesentlichen Aspekte des Themas Digitalisierung, noch dazu gut geschrieben und intelligenter als ein nur checklistenartiges Abarbeiten – das wär’s! Das war mein Wunsch und so wurde Philip Specht mein Wunscherfüller. Mit den vier großen Strängen des Buches – Grundlagen, Internet inklusive dessen Schattenseiten, Technologietrends und Einfluss auf unser Leben – schlägt Specht den Bogen weit genug, um die Digitalisierung von mehreren Seiten beleuchten zu können, und öffnet gleichzeitig Raum für die Vertiefung von spannenden Einzelthemen. Lassen wir einmal dahingestellt, ob man sich nach der Lektüre partytaugliches Halbwissen angeeignet hat, aber man bekommt ein vage Ahnung davon , dass Digitalisierung deutlich mehr bedeutet, als Selfies auf Facebook oder Instagram zu posten oder jederzeit Lieblingsfilme streamen zu können. Ganz im Gegenteil! Specht legt dar, dass die Implikationen, die die Digitalisierung enthält, genau das im Grunde verbietet.

Alles in allem: Ein gut geschriebenes, interessant komponiertes und solide recherchiertes Buch, das hungrig macht. Einzig das Stichwortverzeichnis könnte ausführlicher sein, denn ein Begriff wie zum Beispiel „Algorithmus“ darf hier freilich nicht fehlen.

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